Hubschrauber landet bei Dinkelsbühl
Der Innenminister legt sich auf den Standort Sinbronn für die Luftrettung fest. CSU-Fraktionschef Georg Schmid zeigt sich sichtlich zufrieden. AOK sendet „positive Signale“ Von Carl Völkl
Nördlingen/Ansbach Was die Rieser Nachrichten schon am 16. Januar exclusiv vorab meldeten, wird nun realisiert: Im Dinkelsbühler Ortsteil Sinbronn soll ein zusätzlicher Standort für einen Rettungshubschrauber geschaffen werden, der dann das Ries und das südliche Mittelfranken versorgt. Das ist das Ergebnis einer „Elefantenrunde“ heute Nachmittag bei der Regierung vom Mittelfranken, das unter der Leitung von Innenminister Herrmann stattfand.
Der CSU-Fraktionschef im Bayerischen Landtag, Georg Schmid, zeigt sich vollauf zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis und wertete es als großen Erfolg: „Zwei durchaus gleich geeignete Standorte waren im Gespräch: Dinkelsbühl und Gunzenhausen. Im Laufe der Diskussion hat der Minister eine klare Präferenz für Dinkelsbühl gegeben. Er wird seine endgültige Entscheidung offiziell binnen einer Woche treffen.“
Dann, so Schmid, werde „sofort“ das Anhörungsverfahren beginnen, in das auch die Sozialversicherungsträger eingebunden werden.
Der Kleinflugplatz nahe Dinkelsbühl müsse als Sonderlandeplatz für Hubschrauber deklariert und erweitert werden. Dazu sei die Genehmigung – basierend auf einem entsprechenden Gutachten – des Luftamtes Nordbayern notwendig.
Schmid: „Entscheidend ist, dass der Minister sich klar für einen Standort ausgesprochen und betont hat, die Versorgungslücke in den Teilen Nordschwabens und Mittelfrankens zu schließen. Für diese Festlegung danke ich ihm sehr.“ Anerkennende Worte fand der CSU-Politiker auch für den Vorstandsvorsitzenden der AOK Bayern, Dr. Helmut Platzer. Dieser habe bei dem Gespräch zwar auf geographische Überschneidungen bei der Luftrettung hingewiesen, gleichzeitig aber auch den Versorgungswunsch der Bevölkerung anerkannt. Bereits am Freitag soll ein erstes Gespräch mit der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen in Bayern stattfinden. Platzer habe „ernsthafte Gespräche“ zugesagt. Wie berichtet, müssen letztlich die Kassen für die Kosten aufkommen, die ein weiterer Hubschrauber-Standort auslöst. Schmid sieht in Platzers Äußerungen deshalb „sehr positive Signale“.
Fazit des Fraktionsvorsitzenden: „Das ist ein ganz großer Fortschritt für die beiden Regionen in Nordschwaben und dem südlichen Mittelfranken, rettungsdienstlich durch Hubschrauber versorgt zu werden“.
An dem Gespräch nahmen außer dem Minister, dem AOK-Chef und Georg Schmid auch Landrat Stefan Rößle, Vertreter der Landkreise Roth, Neustadt/Aisch, Dillingen und der Stadt Augsburg sowie die Rettungszweckverbände teil.
Quelle: Rieser Nachrichten
